Schweißverfahren unterscheiden sich in Präzision, Energieeintrag und Wirtschaftlichkeit. Entscheidend ist nicht das Verfahren allein, sondern wie es in der konkreten Anwendung eingesetzt wird. Ob MIG-MAG, WIG oder E-Hand-Schweißen: Jedes Schweißverfahren hat seine Stärken, je nach Werkstoff, Bauteil und Belastung. Auf dieser Übersichtsseite zeigen wir die Schweißverfahren, die wir anbieten.
Ohne den richtigen Zusatz keine stabile Lösung.
Neben dem Verfahren spielt der Schweißzusatz eine zentrale Rolle. Er bestimmt maßgeblich die Eigenschaften der Verbindung oder Beschichtung.
capilla bietet Schweißzusätze für unterschiedlichste Anwendungen – abgestimmt auf Werkstoff, Verfahren und Einsatzbedingungen.
Automatisierte Schweißverfahren im capilla LKZ
Im Laser-Kompetenz-Zentrum bündelt capilla moderne Technologien für automatisierte Beschichtung und Fertigung.
Hier werden Bauteile mit laserbasierten Verfahren gezielt aufgebaut, vergütet und optimiert. Prozesse, Materialauftrag und Ergebnisse lassen sich dabei präzise steuern.
So entstehen Lösungen, die über klassische Schweißverfahren hinausgehen und in dieser Form mit Standardansätzen nicht realisierbar sind.
Das passende Verfahren finden
Sie sind unsicher, welches Schweißverfahren für Ihre Anwendung geeignet ist?
Wir unterstützen Sie bei der Auswahl und Kombination der richtigen Prozesse.
Häufige Fragen zu Schweißverfahren
Schweißverfahren sind genormte Methoden, um zwei oder mehr Werkstücke stoffschlüssig zu verbinden oder durch Auftragschweißen mit einer Funktionsschicht zu versehen. Die Verfahren unterscheiden sich nach Energiequelle (zum Beispiel Lichtbogen, Gas, Laser), Schutzmedium und Art des Schweißzusatzes. In der Industrie haben sich vor allem die Lichtbogenschweißverfahren WIG, MAG und E-Hand durchgesetzt.
Die gängigsten Schweißverfahren sind E-Hand-Schweißen (111), MAG-Schweißen (135) und WIG-Schweißen (141). E-Hand ist das klassische Verfahren für Reparatur und Baustelle, MAG dominiert in der industriellen Fertigung von Stahlbauten, WIG ist das Verfahren für höchste Qualitätsanforderungen an Edelstahl, Aluminium und dünnwandige Bauteile. Alle drei zählen zu den Schmelzschweißverfahren.
Die Nummern stammen aus der DIN EN ISO 4063, die jedes Schweißverfahren eindeutig kennzeichnet. 111 steht für das Lichtbogenhandschweißen mit umhüllter Stabelektrode, also E-Hand. 135 steht für das Metall-Aktivgasschweißen, also MAG. 141 steht für das Wolfram-Inertgasschweißen, also WIG. Die Nummern werden in Schweißanweisungen, Prüfzeugnissen und Schweißzusatz-Spezifikationen verwendet.
Schweißarten beschreiben den übergeordneten Prozesstyp, zum Beispiel Schmelzschweißen oder Pressschweißen. Schweißverfahren sind die konkreten Methoden innerhalb einer Schweißart, zum Beispiel WIG, MAG oder E-Hand als Schmelzschweißverfahren. Die Schweißart ordnet also die Technologie, das Schweißverfahren ist die konkrete Anwendung.
WIG kommt zum Einsatz, wenn höchste Nahtqualität gefragt ist, etwa bei Edelstahl, Aluminium und dünnwandigen Bauteilen. MAG wird für wirtschaftliches Schweißen von Stahl in der Serienfertigung und im Stahlbau eingesetzt. E-Hand ist die erste Wahl für Reparaturarbeiten, Baustellenbedingungen und überall dort, wo Flexibilität wichtiger ist als hohe Abschmelzleistung. Die Wahl richtet sich nach Werkstoff, Bauteilgröße, Nahtanforderung und Einsatzort.
WIG ist die richtige Wahl bei hohen Anforderungen an Nahtqualität und Optik, MAG bei hohem Durchsatz in der Stahlverarbeitung und E-Hand bei Reparatur, Montage und mobilen Anwendungen. Faustregel: Je dicker das Bauteil und je höher das Auftragsvolumen, desto eher MAG. Je dünner und anspruchsvoller, desto eher WIG. Je flexibler und ortsunabhängiger, desto eher E-Hand.
WIG eignet sich für nahezu alle Werkstoffe, besonders Edelstahl, Aluminium, Titan und Nickelbasislegierungen. MAG ist auf un- und niedriglegierte Stähle ausgelegt, mit den passenden Gasen auch auf Edelstahl. E-Hand deckt unlegierte und niedriglegierte Stähle, Edelstahl, Gusseisen und viele Sonderlegierungen ab. Die Werkstoffabdeckung steht und fällt mit dem passenden Schweißzusatz.
Für Reparaturschweißen ist E-Hand das verbreitetste Verfahren, weil es flexibel einsetzbar und nahezu unabhängig vom Bauteilstandort ist. Beim Auftragschweißen kommt zusätzlich MAG mit Fülldrähten zum Einsatz, wenn größere Flächen mit Hartauftrag versehen werden müssen, etwa an Verschleißteilen. WIG wird bei Auftragschweißen verwendet, wenn besonders feine und kontrollierte Schichten gefragt sind, zum Beispiel an Sitzflächen von Armaturen.
Das Schweißverfahren entscheidet, wie der Hartauftrag aufgebracht werden kann und welche Schichtdicke, Schichthomogenität und Aufmischung mit dem Grundwerkstoff möglich ist. MAG mit Fülldrähten ist die wirtschaftlichste Variante für großflächigen Verschleißschutz, E-Hand bietet maximale Flexibilität für Reparaturen vor Ort, WIG erlaubt präzise Schichten an kritischen Funktionsflächen. Verfahren und Schweißzusatz müssen aufeinander und auf die Verschleißart abgestimmt sein.
Das richtige Schweißverfahren hängt von Werkstoff, Bauteil, Nahtanforderung und Einsatzort ab. Es gibt nicht das eine beste Verfahren, sondern für jede Anwendung eine wirtschaftlich und technisch sinnvolle Wahl. Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt sich eine Bauteilanalyse, in der Belastung, Werkstoff und Funktion zusammen mit dem passenden Schweißverfahren und Schweißzusatz festgelegt werden.