Günstiger als die Neubeschaffung
Eine Instandsetzung kostet in der Regel nur 20 bis 60 Prozent einer Neubeschaffung. Das senkt die Instandhaltungskosten spürbar, gerade bei teuren oder großen Bauteilen.
Retrofit für Industrieanlagen, gerade im Maschinenbau, ist eine Maßnahme, um verschlissene Bauteile von Bestandsmaschinen nachzurüsten oder ganze Anlagen zu modernisieren. Statt ein abgenutztes Bauteil zu ersetzen, wird per Auftragschweißen das durch Verschleiß oder Korrosion abgetragene Oberflächenmaterial durch eine neue Funktionsschicht ersetzt. In hochbeanspruchten Bereichen lassen sich Schichten aufbringen, deren Eigenschaften über die des Grundwerkstoffs hinausgehen.
Mit Unterstützung von Sensorik und 3D-Technik gehört die Instandsetzung von Bauteilen heute zum Stand der Technik in der vorbeugenden Instandhaltung. Für Betreiber von Bestandsmaschinen ist Retrofit eine wirtschaftliche Alternative zur Neubeschaffung: Bauteile bleiben länger im Einsatz, Reparaturen werden planbar.
In der Praxis stellt sich bei einem verschlissenen Bauteil fast immer dieselbe Frage: neu kaufen oder instand setzen. Ein Neuteil ist schnell bestellt, doch es bringt hohe Anschaffungskosten mit sich, und gerade bei großen oder eigens gefertigten Bauteilen vergehen bis zur Lieferung oft Wochen. Wochen, in denen die Anlage steht.
Retrofit dreht diese Rechnung um. Das vorhandene Bauteil bleibt erhalten und wird per Auftragschweißen wieder einsatzfähig gemacht, häufig mit einer Funktionsschicht, die mehr leistet als das Original. Was das im Betrieb bedeutet, zeigt sich in mehreren Punkten, wirtschaftlich wie technisch.
Eine Instandsetzung kostet in der Regel nur 20 bis 60 Prozent einer Neubeschaffung. Das senkt die Instandhaltungskosten spürbar, gerade bei teuren oder großen Bauteilen.
Verschleiß schreitet meist planbar fort. Als Teil einer vorbeugenden Instandhaltung lassen sich Reparaturen dadurch gezielt in Revisionszeiträume legen und mehrfach wiederholen, statt ungeplant zum Produktionsstopp zu führen.
Der hohe Automatisierungsgrad sorgt für kurze Bearbeitungszeiten. Damit ist eine Instandsetzung in der Regel deutlich schneller verfügbar als ein neu beschafftes Bauteil.
Laser- und WIG-Heißdraht-Panzerungen mischen sich nur gering mit dem Grundwerkstoff auf, in der Regel unter 5 Prozent. Geforderte Eigenschaften wie Härte, Notlaufeigenschaften oder Porenfreiheit werden so oft schon in der ersten Lage erreicht.
Schweißzusatzwerkstoffe, Legierungssysteme und Karbidanteile lassen sich genau an die Beanspruchung des Bauteils anpassen. Verschleiß- und Korrosionsschutz werden individuell zusammengestellt.
Moderne Sensoren und Optiken ermöglichen eine hohe Konturgenauigkeit. Bauteile lassen sich endkonturnah beschichten, das verkürzt nachgelagerte Arbeiten wie Drehen, Fräsen oder Schleifen erheblich.
Vorher
Massiver Verschleiß an der Schneckenwendel durch hohe Druckbelastungen und permanenten Metall-auf-Metall-Kontakt. Fremdstoffe wie Federstahl, Drahtreste und metallische Bestandteile im Materialstrom führten zu starkem Materialabtrag und verkürzten die Standzeit der Schnecke erheblich.
Nachher
Modernisierung der Schneckenwendel durch schweißtechnischen Aufbau und Auftrag einer speziell entwickelten Verschleißschutzschicht. Die intelligente Werkstoffkombination wurde gezielt auf die hohen Druckkräfte und die extreme Metallreibung im Pressprozess abgestimmt.
Ergebnis
Deutlich höhere Verschleißbeständigkeit, längere Standzeiten und reduzierte Wartungskosten. Die optimierte Schutzschicht widersteht dauerhaft den hohen Belastungen durch metallische Fremdstoffe und erhöht die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage.
Jede Aufarbeitung folgt einem klaren Ablauf – von der Bauteilprüfung bis zur fertigen Beschichtung. So entstehen reproduzierbare Ergebnisse, die auf Verschleißbild, Werkstoff und Einsatzbedingung abgestimmt sind.
Zunächst prüfen wir das verschlissene Bauteil. Dazu gehört die Materialzusammensetzung von Grundkörper und Beschichtung, ermittelt über Werkstoffzeugnis oder Spektralanalyse, sowie die Kontrolle von Abmaßen wie Bohrungen, Passungen und Konturen per 3D-Scan.
Der 3D-Scan wird mit der Soll-Geometrie abgeglichen, entweder anhand eines vorhandenen STP-Modells oder eines früheren Scans desselben Bauteils. Eine Software legt beide Datensätze übereinander und wertet sie aus. Das Ergebnis ist ein Fehlfarbenbild, das die Verschleißrate sichtbar macht.
Auf Basis der Auswertung werden die zu beschichtenden Funktionsflächen oder die besonders beanspruchten Verschleißbereiche festgelegt. So wird gezielt nur dort gearbeitet, wo Verschleiß tatsächlich auftritt.
Anschließend wird das Bauteil aufgearbeitet. Per Auftragschweißen ersetzen wir abgetragenes Material durch eine neue Funktionsschicht. Je nach Bauteil erfolgt das manuell oder vollautomatisch über eine Bahnprogrammierung, nach zuvor abgestimmtem Prozedere.
Welches Schweißverfahren beim Retrofit zum Einsatz kommt, richtet sich nach Bauteil, Beanspruchung und geforderter Schicht. Für die Bauteilinstandsetzung stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, die sich in Präzision, Auftragsleistung und Einsatzbereich unterscheiden.
Beim Laserauftragschweißen wird der Zusatzwerkstoff als Pulver oder Draht über einen Laserstrahl aufgeschmolzen. Das Verfahren mischt sich nur gering mit dem Grundwerkstoff auf und erlaubt präzise, endkonturnahe Funktionsschichten. Es eignet sich besonders für hochbeanspruchte Bauteile, bei denen es auf Maßhaltigkeit ankommt.
Das WIG-Heißdraht-Verfahren bringt den Zusatzwerkstoff über einen vorgewärmten Draht ein und liefert saubere, porenarme Schichten. Durch die geringe Aufmischung werden geforderte Eigenschaften wie Härte oder Notlaufeigenschaften oft schon in der ersten Lage erreicht.
Beim PTA-Verfahren wird pulverförmiger Zusatzwerkstoff in einem Plasmalichtbogen aufgeschmolzen. Es bringt belastbare, verschleißfeste Schichten gezielt auf und eignet sich für Bauteile, bei denen die Verschleißbeständigkeit der Oberfläche im Vordergrund steht.
MIG/MAG-Auftragschweißen ist ein wirtschaftliches Verfahren für größere Auftragsvolumen. Es bringt in kurzer Zeit Material auf größere Flächen auf und ist dort die richtige Wahl, wo es weniger auf die feine Kontur als auf flächigen Verschleißschutz ankommt.
Das Lichtbogenhandschweißen eignet sich für die gezielte Instandsetzung einzelner Stellen oder dort, wo eine automatisierte Bearbeitung nicht wirtschaftlich ist. So lassen sich auch kleinere Verschleißbereiche flexibel und ohne großen Rüstaufwand bearbeiten.
Wir unterstützen Sie bei der Auswahl des richtigen Verfahrens und der passenden Lösung.
Wenn Sie Verschleißschutz in eigenen Prozessen umsetzen, ist der richtige Schweißzusatz entscheidend. Er bestimmt die Eigenschaften der Beschichtung und damit die Standzeit des Bauteils.
capilla bietet Schweißzusätze für unterschiedliche Anwendungen – von Standardlösungen bis zu individuell abgestimmten Produkten.
Im Laser-Kompetenz-Zentrum bündelt capilla moderne Technologien für Beschichtung und Bauteilfertigung.
Hier entstehen Retrofit-Lösungen, die über klassische Schweißverfahren hinausgehen. Bauteile werden gezielt vergütet, verstärkt oder vollständig neu aufgebaut.
Das ermöglicht Komponenten, die in dieser Form mit herkömmlichen Ansätzen nicht realisierbar sind.
Retrofit bezeichnet die Instandsetzung verschlissener Bauteile durch Auftragschweißen. Statt ein abgenutztes Bauteil zu ersetzen, wird das durch Verschleiß oder Korrosion abgetragene Oberflächenmaterial durch eine neue Funktionsschicht ersetzt. In hochbeanspruchten Bereichen lassen sich dabei Schichten aufbringen, die belastbarer sind als der ursprüngliche Grundwerkstoff.
capilla setzt Retrofit gezielt zur Instandsetzung verschlissener Industriebauteile ein.
Retrofit ist ein fester Bestandteil einer vorbeugenden Instandhaltung. Da Verschleiß meist planbar fortschreitet, lassen sich Bauteile gezielt instand setzen, bevor sie ausfallen. Reparaturen werden so in geplante Revisionszeiträume gelegt, statt einen ungeplanten Stillstand abzuwarten.
Wir unterstützen Sie dabei, Instandsetzungen vorausschauend zu planen.
Geeignet sind verschlissene Bauteile aus Förder-, Zerkleinerungs-, Recycling-, Separations-, Schüttgut- und Pumpentechnik ebenso wie Werkzeuge, Formen und Gesenke. Ob ein Bauteil instand gesetzt werden kann, zeigt eine vorherige Prüfung von Werkstoff und Verschleißzustand.
Wir prüfen Ihr Bauteil vorab und beurteilen, ob eine Instandsetzung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Retrofit lohnt sich überall dort, wo Bauteile hoher Beanspruchung ausgesetzt sind und eine Neubeschaffung teuer oder langwierig wäre. Das betrifft unter anderem den Anlagen- und Maschinenbau, die Recycling- und Aufbereitungstechnik sowie die Schüttgut- und Förderindustrie.
capilla betreut Industriekunden aus allen metallverarbeitenden Branchen.
Je teurer, größer oder spezieller ein Bauteil ist, desto deutlicher rechnet sich die Instandsetzung. Eine Instandsetzung kostet in der Regel 20 bis 60 Prozent einer Neubeschaffung und ist meist schneller verfügbar als ein neu gefertigtes Bauteil.
capilla ermittelt für Ihr Bauteil, welcher Weg der wirtschaftlichste ist.
Je nach Bauteil und Anforderung werden Laserauftragschweißen, WIG-Heißdraht, Plasma-Pulver-Auftragschweißen (PTA), MIG/MAG- oder Lichtbogenhandschweißen eingesetzt. Die Auswahl richtet sich nach der geforderten Schichtqualität, dem Auftragsvolumen und der Beanspruchung des Bauteils.
Über einen 3D-Scan wird die Ist-Geometrie erfasst und mit der Soll-Geometrie abgeglichen, entweder anhand eines STP-Modells oder eines früheren Scans. Eine Software legt beide Datensätze übereinander. Das Ergebnis ist ein Fehlfarbenbild, das die Verschleißrate sichtbar macht.
Endkonturnah bedeutet, dass die aufgetragene Schicht der späteren Sollkontur bereits sehr nahe kommt. Dadurch verkürzen sich nachgelagerte Arbeiten wie Drehen, Fräsen oder Schleifen erheblich oder entfallen ganz.
Ja. Bei geeignetem Werkstoff und Zustand kann ein Bauteil mehrfach instand gesetzt werden. In Kombination mit einem archivierten 3D-Scan lässt sich die Instandsetzung gezielt zu einem festgelegten Verschleißgrad und passend zu Revisionszeiträumen wiederholen.
Bei komplizierten Konturen oder nicht beschaffbaren Originalteilen lassen sich komplexe Geometrien oder einzelne Bauteilbereiche kurzfristig artgleich im 3D-Druck herstellen.
capilla unterstützt Sie auch in dringenden Fällen mit einer schnellen, artgleichen Lösung.